Es gibt nichts Wichtigeres für das Leben

Es gibt nichts Wichtigeres für das Leben, auch sogar für das materielle Leben, als durchgreifende Überzeugungen von dem Zusammensein mit dem Geistigen haben zu können. Hätten die Menschen der neueren Zeit den Zusammenhang mit dem Geistigen nicht so sehr verloren, so wären diese schwierigen Zeiten in der Gegenwart nicht gekommen. Diesen tieferen Zusammenhang sehen nur die wenigsten Menschen heute ein; in der Zukunft wird er schon eingesehen werden.

Heute glaubt man: Wenn der Mensch durch die Pforte des Todes gegangen ist, hört seine Tätigkeit in bezug auf die physische Welt auf. Nein, sie hört nicht auf. Ein fortwährender reger Verkehr findet statt zwischen den sogenannten Toten und den sogenannten Lebenden. Und wir können sagen: Diejenigen, die durch die Pforte des Todes gegangen sind, sie haben nicht aufgehört, da zu sein, nur unsere Augen haben aufgehört, sie zu sehen; sie aber sind da. Unsere Gedanken, unsere Gefühle, unsere Willensimpulse, sie stehen mit ihnen in Verbindung. Denn gerade auch für die Toten gilt das Evangelienwort: «Suchet sie nicht in äußeren Gebärden, das Reich des Geistes ist mitten unter euch.»


Rudolf Steiner – GA 182 – Der Tod als Lebenswandlung – Nürnberg, 10 Februar 1918 (Seite 56-57)

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Scheinmedikamente

Es gibt gewisse Leute, die reich werden durch die Herstellung von Pillen aus gewöhnlichem Brot. Diese Pillen «heilen» alle möglichen Krankheiten und finden namentlich als Schlafmittel Anwendung. In einem Sanatorium pflegte eine Dame regelmäßig des Abends solche Pillen zu nehmen. Sie schlief stets vortrefflich danach. Da beschloß sie eines Abends, sich das Leben zu nehmen und nahm so viele Pillen, als sie erwischen konnte. Die Sache wurde indes bemerkt und die Ärzte der Anstalt gerieten in die größte Aufregung, denn die Dame zeigte alle Symptome des herannahenden Todes. Nur ein Arzt blieb ruhig, und das war der, der die Pillen gemacht hatte.

Rudolf Steiner – GA 55 – Die Erkenntnis des Übersinnlichen in unserer Zeit und deren Bedeutung für das heutige Leben – Weisheit und Gesundheit – Berlin, 14 Februar 1907 (Seite 154)

Erziehung und Musik

Einem jungen Menschen wird viel für das ganze spätere Leben entzogen, dem nicht die Wohltat einer Pflege des musikalischen Sinnes zuteil wird. Ihm müßten, wenn ihm dieser Sinn ganz mangelte, geradezu gewisse Seiten des Weltendaseins ganz verborgen bleiben.

Rudolf Steiner – GA 34 – LUCIFER- GNOSIS 1903-1908 – Die Erziehung des Kindes vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft (1907 – Seite 339-340)

Herz und Kopf

Es gibt für die gesamte Wesenheit des Menschen kaum etwas Schlimmeres, als wenn man seelisch, mit seinem Herzen dem fernsteht, was der Kopf treiben muß.

Rudolf Steiner – GA 143 – Erfahrungen des Übersinnlichen/Die drei Wege der Seele zu Christus – München, 11 Januar 1912 (Seite 12)

Meinungen und Tatsachen

Sie wissen aus meinen Vorträgen, daß ich nicht gern meine Meinungen zu Markte trage. Die Meinungen eines einzelnen haben im Grunde eigentlich wenig Wert. Ich bin immer bestrebt, auch auf dem Felde der Geisteswissenschaft, rein die Tatsachen durch sich selber sprechen zu lassen. Deshalb möchte ich auch heute nicht Theorien, die in Meinungen wurzeln, vortragen, sondern die Tatsachen sprechen lassen.

Rudolf Steiner – GA 125 – Wege und Ziele des geistigen Menschen – München, 26 August 1910 (Seite 71)